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Kultur

Vergessene Nationalhymne des Kaiserreichs Korea in Berlin gespielt

Write: 2022-07-04 12:44:54Update: 2022-07-04 18:58:45

Photo : YONHAP News

Daehan jeguk Aegukga, die Nationalhymne des Großkoreanischen Kaiserreichs, ist in Berlin gespielt worden. 

Es handelt sich um die erste Nationalhymne Koreas, die auf Befehl von König Gojong vor 120 Jahren von einem Deutschen komponiert wurde. 

Zwei Stunden vor dem Konzert gibt es die letzten Proben, eine gewisse Anspannung ist spürbar. Die ersten Zuschauer kommen bereits in den Saal und nehmen Platz.

Als erstes Stück wird dann „Honbul 7 – Encounter“, ein Instrumentalkonzert für das traditionelle koreanische Musikinstrument Daegeum und ein Orchester, aufgeführt. 

Lim June-hee, Komponistin des Werks, erzählte, nach ihrer Auffassung gehe es bei diesem Konzert um die Begegnung. Eine Begegnung zwischen einem traditionellen koreanischen Musikinstrument und einem deutschen Orchester, eine Begegnung mit deutschem Publikum. 

Nach Werken der repräsentativen deutschen Komponisten Schumann und van Beethoven wird endlich die Kaiserlich Koreanische Nationalhymne gespielt. Die erste Nationalhymne Koreas, die Franz Eckert, Königlich Preußischer Musikdirektor, im Auftrag von König Gojong im Jahr 1902 komponierte. 

Beruhend auf der traditionellen koreanischen Musik wurde das Stück in Tonarten und mit Rhythmen der westlichen Welt gestaltet. 

Dirigent Jürgen Bruns sagte, dies sei wirklich eine Verbindung von diesen beiden Kulturen, und das vor 120 Jahren. Er finde dies wahnsinnig spannend.

Im Text wird darauf hingewiesen, dass das Kaiserreich Korea ein unabhängiger und souveräner Staat ist.

Das Japanische Kaiserreich verbot nach dem Abschluss des Japan-Korea-Protektoratsvertrags im Jahr 1905, das Spielen der Kaiserlich Koreanischen Nationalhymne. 

Das erste in der modernen Zeit verbotene Lied wurde im Jahr 2011 durch ein KBS-Programm restauriert und erstmals seit etwa 100 Jahren gesungen. 

Lee Bong-ki, Leiter des Koreanischen Kulturzentrums in Berlin, äußerte, es freue ihn einerseits, dass das Werk nach 120 Jahren gespielt worden sei. Andererseits finde er es bedauerlich, dass dies etwas zu spät gelungen sein könnte.

Die nicht nur in Deutschland, sondern auch in Korea vergessene Nationalhymne gilt als erster Schritt des 120-jährigen koreanisch-deutschen Kulturaustauschs.

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