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Bogenschießen in Nordkorea

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Schritte zur Wiedervereinigung

2021-12-27

Am 6. Dezember wurde die südkoreanische Stadt Gwangju ausgewählt, um die Weltmeisterschaft 2025 im Bogenschießen auszutragen. Der alle zwei Jahre ausgetragene Wettbewerb ist eine der größten Einzelsport-Veranstaltungen. Schon jetzt hofft man, dass auch Nordkorea daran teilnehmen wird. Über das Bogeschenschießen in Nordkorea sagt Heo Jeongpil vom Institut für Nordkorea-Studien an der Dongguk-Universität: 


Nordkorea trat 1961 dem Bogensport-Weltverband bei, früher als Südkorea. In Nordkorea stellen sich die Sportbogenschützen in Wettbewerben wie den Sportspielen um den Mangyongdae-Preis im April, den Republik-Meisterschaften und den Volkssport-Spielen. Daneben gibt es Bogensport-Wettkämpfe jedes Jahr vor traditionellen Feiertagen, zu denen Einwohner und Arbeiter von Unternehmen eingeladen werden. Nordkorea brachte zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro Briefmarken zum Bogenschießen heraus, was die Beliebtheit des Sports im Land zeigt. Auch baut es zurzeit eine Bogensportanlage in der Wonsan-Kalma-Touristikzone.  


Bogenschießen war erstmals olympische Disziplin bei den Spielen von 1900 in Paris. Es dauerte aber bis zu den Spielen 1972 in München, als es wieder olmpische Sportart wurde. Südkorea zog bei den Asien-Spielen 1978 in Bangkok internationale Aufmerksamkeit beim Bogensport auf sich. Damals gewann die Frauenmannschaft Silber und die Bogenschützin Kim Jon-ho Gold im Einzelwettbewerb. Bei den diesjährigen Olympischen Spielen in Tokio holte Südkorea im Bogenschießen vier Goldmedaillen. Auch Nordkorea gewann bei internationalen Bogensport-Wettkämpfen Medaillen: 


Die nordkoreanische Bogenschützin Han Sun-hi gewann bei den Welt-Bogensport-Weltmeisterschaften 1975 in der Schweiz Bronze. Anfang der 1980er Jahre war es die nordkoreanische Bogenschützin O Gwang-sun, die bei internationalen Wettkämpfen in der Sowjetunion und Polen Erfolge vorzuweisen hatte. Sie setzte sich 1982 bei den Asienspielen in Neu-Delhi gegen die südkoreanischen Bogenschützinnen Kim Jin-ho und Kim Mi-young durch und gewann Gold. Als der frühere Machthaber Kim Il-sung 1994 starb, durchlief Nordkorea die Zeit des “Mühsamen Marschs” und kozentrierte sich stärker auf die wirtschaftliche Erholung. Kims Sohn und Nachfolger Kim Jong-il war stärker an Kultur und Kunst als am Sport interessiert. Während der Zeit von Kim Jong-il gab es keine sichtbaren Resultate in Sportwettkämpfen einschließlich des Bogenschießens.


Der derzeitige Machthaber Kim Jong-un zeigte nach der Machtübernahme Ende 2011 größeres Interesse am Bogensport: 


Unter Kim Jong-un schenkte Nordkorea dem Sport wieder größere Aufmerksamkeit, und das Ziel war es, eine Sportmacht zu werden. Es gründete eine neue Organisation, die den Namen staatliche Leit-Kommission für Körperkultur und Sport trug. Im Bogenschießen wurden 2014 wieder sichtbare Resultate erzielt, als das Land die USA und Ukraine im Recurve-Teamwettkampf der Frauen beim Weltcup in Shanghai besiegte. Beim achten Kongress der Arbeiterpartei im Januar dieses Jahres gab Kim Jong-un das Ziel vor, das Land zu einer Sportmacht zu machen.


Seit den Olympischen Spielen 2000 in Sydney setzte die Bogensport-Macht Südkorea einheimisch hergestellte Bogen ein. Südkoreanische Bogen werden heutzutage weltweit genutzt: 


40 Prozent der teilnehmenden Bogenschützen bei den Olympischen Spielen in Tokio in diesem Jahr nutzten die “WIAWIS”-Bogenmarke, die von dem südkoreanischen Ausrüster Win&Win hergestellt wird. Das Unternehmen stellte 2017 den weltweit ersten Bogen aus Graphen her, das als Traummaterial gilt. Graphen ist eine einzelne Schicht aus Kohlenstoffatomen. Die Graphen-Bögen haben eine um 40 Prozent größere Stoßdämpfer-Wirkung und vibrieren weniger als die früheren Kohlefaser-Bögen.


Die nordkoreanischen Sportbogenschützen sollen bei den Asienspielen 2014 Incheon ebenfalls südkoreanische Geräte benutzt haben. Die nordkoreanischen Staatsmedien berichteten, dass sich Kim Jong-un Bogensport-Wettkämpfe angeschaut und die Beamten angewiesen habe, die besten Bögen und Pfeile vorzubereiten: 


Nordkorea hat sich sehr bemüht, das Bogenschießen als vielversprechenden Sport zu fördern. Wissenschaftliche Methoden wurden seit Kims Feldinspektionen 2014 im Sport eingeführt. Die offzielle Nachrichtenagentur KCNA berichtete am 13. Januar 2017, dass bei einer Ausstellung über wissenschaftliche Sport-Technologie die erstaunliche Entwicklung in der Bogensport-Ausrüstung gezeigt wurde. Es scheint aber so, dass Nordkorea bei der Bogensport-Ausrüstung Südkorea noch immer hinterher hinkt.


Bisher gab es keinen größeren Austausch zwischen Süd- und Nordkorea im Bogensport:


Nach der Schwimmweltmeisterschaft 2019 in Gwangju hofft die südkoreanische Stadt weitere internationale Sportveranstaltungen erfolgreich austragen zu können, darunter die Weltmeischaften 2025 im Bogenschießen. Gwangju hofft darauf, dann eine gesamtkoreanische Bogensport-Mannschaft einladen zu können. Ich denke, das wird dann den innerkoreanischen Austausch durch den Sport erheblich fördern.

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