Präsident Moon Jae-in hat den Start der Trägerrakete Nuri als bedeutende Errungenschaft bezeichnet.
Der Abschuss der ersten eigenständig entwickelten Trägerrakete mit Flüssigkeitstriebwerken sei bedeutend, obwohl das endgültige Ziel verfehlt worden sei, sagte er am Donnerstag am staatlichen Raumfahrtzentrum Naro in Goheung.
Dem Koreanischen Raumfahrtinstitut (KARI) sei es Moon zufolge zwar nicht gelungen, die Satelliten-Attrappe in die vorgesehene Umlaufbahn zu bringen. Doch der Flug der Rakete in eine Höhe von 700 Kilometern sei bereits ein bemerkenswertes Ergebnis, das Südkorea seinem Traum von der Erkundung des Weltraums einen Schritt näher bringe.
Auch zeigte sich das Staatsoberhaupt kurze Zeit nach dem Start in einer Ansprache an die Bevölkerung zuversichtlich, dass der für kommenden Mai geplante zweite Start gelingen werde.
Darüber hinaus stellte Moon den ehrgeizigen Plan des Landes vor, bis 2024 seine eigene Trägerrakete mit Feststoffantrieb zu entwickeln. Zudem wolle Südkorea kommendes Jahr eine eigene Mondsonde starten und spätestens 2030 den Traum von der Landung auf dem Mond verwirklicht haben.
Die Trägerrakete Nuri hob am Donnerstag um 17 Uhr vom Raumfahrtzentrum Naro in der Süd-Jeolla-Provinz ab. Gegen 17.30 Uhr war der Flug absolviert, alle Raketenstufen und die Verkleidung waren erfolgreich abgetrennt worden. Jedoch konnte die 1,5 Tonnen schwere Satelliten-Attrappe nicht wie vorgesehen abgesetzt werden.
Die Forscher wollen nun alle Daten gründlich analysieren, um die Ursache für den Fehler zu ermitteln. Die Erfolgsquote im Falle neu entwickelter Trägerraketen ist gering. Nur in etwa 30 Prozent der Fälle gelingen der Start und das Absetzen eines Satelliten auf Anhieb.
Starts in den Jahren 2009 und 2010 waren gescheitert. 2013 glückte der Start der Trägerrakete Naro, deren erste Antriebsstufe aus russischer Produktion stammte.
Südkorea investierte bis heute fast zwei Billionen Won oder 1,8 Milliarden Dollar in sein Nuri-Projekt.