Inmitten anhaltender Fluchtversuche von Afghanen hat das südkoreanische Außenministerium einen weiteren Evakuierungseinsatz faktisch ausgeschlossen.
Ein Ministerialer sagte am Dienstag Reportern gegenüber, er halte es angesichts der Situation in Afghanistan für schwierig, eine weitere Evakuierung wie die jüngste „Operation Miracle“ zustande zu bringen. Eventuelle Aufnahmeanträge würden einzeln überprüft.
Die südkoreanische Regierung hatte im Rahmen der Operation Miracle drei Militärtransportflugzeuge nach Kabul geschickt, um frühere afghanische Ortskräfte für Institutionen der Regierung und ihre Angehörigen nach Südkorea zu holen. Derzeit leben 391 ausgeflogene Afghanen in einer vorläufigen Unterkunft in Jincheon.
In Bezug auf die Beziehungen zur neuen Regierung der Taliban sagte der Sprecher des Außenministeriums, Choi Young-sam, vor der Presse, Seoul sei zur Zusammenarbeit bereit, sollte die neue Regierung in Afghanistan die internationalen Regeln einhalten, die grundlegenden Grundrechte achten und Terroristen keine Zuflucht gewähren.
Der Sprecher der Taliban, Suhail Shaheen, hatte zuvor in einem Interview mit dem Sender SBS gebeten, die südkoreanische Botschaft in Afghanistan wieder zu öffnen. Die Taliban würden die Sicherheit garantieren. Er hatte auch versichert, Afghanen mit gültigen Dokumenten die Ausreise nach Südkorea zu ermöglichen.