Eine führende japanische Zeitung hat gefordert, dass die japanische Regierung bei der Aufnahme der Stätten der Meiji-Industrierevolution in die UNESCO-Welterbeliste versprochene Maßnahmen zum Gedenken an die Opfer umsetzen muss.
Die Forderung unterbreitete „Asahi Shimbun“ in einem Leitartikel am Dienstag.
Die japanische Regierung hatte bei ihrem Streben nach der Anerkennung der zur Meiji-Zeit gebauten Industrieanlagen, darunter einer auf der Insel Hashima, als Welterbe im Jahr 2015 zugegeben, dass viele Menschen von der Joseon-Halbinsel dort gegen ihren Willen und unter schlechten Bedingungen gearbeitet hätten. Das hätten sie getan, weil sich Südkorea wegen der Zwangsmobilisierung koreanischer Arbeiter während des Pazifikkriegs gegen die Aufnahme ausgesprochen hatte.
Damals hatte die japanische Regierung versprochen, angemessene Maßnahmen zum Gedenken an die Opfer der Zwangsarbeit zu ergreifen. Daraufhin eröffnete sie im Juni letzten Jahres in Tokio ein Informationszentrum zum Industrieerbe. Dort finden sich jedoch Darstellungen, nach denen niemand zur Arbeit auf Hashima gezwungen worden sei.
Diesbezüglich nahm das UNESCO-Welterbekomitee in einer Online-Sitzung am 22. Juli eine Resolution an, in der starkes Bedauern angesichts fehlender Informationen zur Zwangsarbeit von Koreanern in dem Informationszentrum geäußert wurde und Verbesserungen verlangt wurden.