Die Gespräche zwischen Südkorea und Japan über ihren Geschichtsstreit sind offenbar in der Sackgasse.
Wie aus diplomatischen Kreisen verlautete, hätten Gespräche in Tokio am Donnerstag keinen Fortschritt gebracht. Der im Außenministerium für Asien- und Pazifik-Angelegenheiten zuständige Generaldirektor Lee Sang-ryol traf dort mit seinem Gegenüber Takehiro Funakoshi zusammen.
Beide hätten zur Frage der Zwangsarbeit im Krieg und Verschleppung von Frauen in Kriegsbordelle lediglich die bekannten Standpunkte ihrer Regierungen bekräftigt.
Der japanische Beamte habe erneut darauf hingewiesen, dass der Ball in den Händen des südkoranischen Gerichts liege. Lee habe erneut eine Lösung durch einen Dialog auf Regierungsebene gefordert.
Es war das erste südkoreanisch-japanische Treffen auf Abteilungsleiterebene in Präsenz seit fünf Monaten. Die letzten Beratungen am 15. Januar hatten virtuell stattgefunden.
Ein südkoreanisches Gericht hatte entschieden, dass Japan ehemaligen koreanischen Zwangsarbeitern eine individuelle Entschädigung zahlen müsse und in diesem Zusammenhang auch die Beschlagnahmung von Vermögen gebilligt. Japan will diese Entscheidung nicht anerkennen, da sämtliche Ansprüche mit dem Abschluss des Normalisierungsabkommens von 1965 abgegolten seien.