Der russische Außenminister Sergey Lawrow hat vor seinem Besuch in Seoul die US-amerikanische Strategie für die indopazifische Region als Versuch der Blockbildung kritisiert.
Das sagte der Chefdiplomat letzte Woche bei einem virtuellen Treffen mit koreanischen Korrespondenten in Moskau. Lawrow besuchte zunächst China und wird heute zu Gesprächen mit seinem Amtskollegen Chung Eui-yong in Seoul erwartet.
Der Ausdruck "indopazifische Region" sei Teil eines Versuchs der Neuausrichtung in der Region, mit Ziel der Blockbildung gegen bestimmte Staaten, behauptete Lawrow.
Mit der Bemerkung nahm er offenbar Bezug auf den Vorstoß der Regierung von US-Präsident Joe Biden, der regionale demokratische Allianzen wiederbeleben und modernisieren will. Seine Kritik bezog sich offenbar auch auf die Quad-Gruppe, ein informeller Sicherheitsdialog der USA mit den regionalen Partnern Australien, Indien und Japan.
Lawrow äußerte sich zurückhaltend zu Washingtons regionaler Vision und betonte stattdessen die Rolle des südostasiatischen Staatenbundes ASEAN und weiterer bereits bestehender Formate wie ASEAN Regional Forum.
Südkorea nannte der russische Außenminister einen wichtigen und vielversprechenden Partner. Die Bemerkung spiegelt offenbar Moskaus Hoffnung wider, dass Südkorea sich der Koalition für eine "freie und offene" sowie "regelbasierte" Ordnung in der Region nicht anschließen werde.