Verbände ethnischer Koreaner in den USA haben den Rücktritt eines Harvard-Professors gefordert, der Sexsklavinnen der japanischen Armee im Zweiten Weltkrieg in einem wissenschaftlichen Beitrag als willige Prostituierte beschrieben hat.
Die Vereinigung koreanisch-amerikanischer Eltern des Großraums New York (KAPA GNY), die koreanisch-amerikanische Gesellschaft von Massachusetts und das asiatisch-amerikanische Jugendzentrum (AAYC) forderten den Rücktritt von Professor Ramseyer am Dienstag auf einer virtuellen Pressekonferenz.
Seine Behauptung stehe im klaren Widerspruch zum Leitsatz der Universität. Ein Professor einer weltbekannten Bildungseinrichtung habe in seiner Untersuchung eine ausgewogene Sicht auf die Dinge vermissen lassen, kritisierte KAPA GNY in einem Schreiben an den Universitätsrektor.
Die koreanisch-amerikanische Gesellschaft von Massachusetts brachte ähnliche Kritik vor. Sie kündigte außerdem einen Protest vor der Universität für den 1. März an. An dem Datum feiern die Koreaner den Tag der Unabhängigkeitsbewegung.
Ramseyer hatte mit seinem Aufsatz "Vertragsabschluss für Sex im Pazifischen Krieg" eine Kontroverse ausgelöst. Er beschreibt die von Japans Militär verantwortete Sexsklaverei im Krieg als "einvernehmlichen und vertraglichen Vorgang". Ihm zufolge hätten die Frauen ihre Löhne verhandeln können.