Das südkoreanische Präsidialamt will vielfältige Bemühungen unternehmen, um die baldige Freigabe des im Iran festgesetzten Öltankers zu erwirken.
Das sagte ein hoher Beamter des Präsidialamtes am Donnerstag bei einem Treffen mit Reportern.
Am wichtigsten sei die Sicherheit der südkoreanischen Staatsbürger. Es habe bestätigt werden können, dass alle 20 Crewmitglieder der MT Hankuk Chemi wohlauf seien.
Zuvor hatte das Außenministerium bekannt gegeben, dass drei Mitarbeiter der südkoreanischen Botschaft in Teheran am Mittwoch mit einem der fünf südkoreanischen Besatzungsmitglieder gesprochen hätten. Auch den elf myanmarischen, zwei indonesischen und zwei vietnamesischen Besatzungsmitgliedern gehe es gut. Der unter südkoreanischer Flagge fahrende Öltanker war am Montag in der Straße von Hormus aufgebracht worden.
Zu einem Medienbericht, nach dem der iranische Präsident Hassan Rouhani zwei Briefe an den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in geschickt habe, sagte der Beamte, dass entsprechende Fakten überprüft würden. Jedoch sei es möglich, dass aus Rücksicht auf die beteiligten Länder Inhalte aus solchen Schreiben nicht öffentlich bekannt gemacht würden.
Am Donnerstag hatte die südkoreanische Zeitung "Hankyoreh" eine mit den Beziehungen mit Iran vertraute diplomatische Quelle zitiert, wonach Rouhani in den zurückliegenden zwei Jahren in zwei Schreiben um eine Lösung wegen der bei südkoreanischen Banken eingefrorenen Gelder gebeten habe.
Südkorea hatte den Zugriff auf die Konten aufgrund US-amerikanischer Sanktionen gegen Iran blockiert. Südkorea und Iran hatten bis dahin über die Konten Ölgeschäfte abgewickelt.
Die Zeitung schrieb, dass das Präsidialamt die Briefe zwar beantwortet habe, Teheran aber enttäuscht gewesen sei, weil keine effektive Lösung angeboten worden sei.
Nach der Schiffsfestsetzung kamen Spekulationen auf, dass Iran den Tanker als Druckmittel einsetzen wolle, um eine Lösung in der Frage der eingefrorenen Vermögenswerte zu erzwingen. Die Regierung in Teheran weist diesen Vorwurf aber zurück. Es handele sich um voneinander getrennte Angelegenheiten. Der Tanker sei wegen Verstößen gegen iranische Umweltgesetze gestoppt worden.