Ein ehemaliger Bundestagsabgeordneter hat Deutschland und die Europäische Union aufgerufen, mit Verantwortung zum Frieden auf der koreanischen Halbinsel beizutragen.
Die entsprechende Äußerung machte Hartmut Koschyk bei der dritten Annual Kim Dae Jung Lecture, die das Institut für Koreastudien der Freien Universität Berlin am Freitag (Ortszeit) online veranstaltete.
Koschyk ist Ko-Vorsitzender des Deutsch-Koreanischen Forums. Er hatte seit 1998 als Vorsitzender der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestags jedes Jahr Süd- und Nordkorea besucht und zur Verwirklichung von Kooperationsprojekten zwischen Deutschland und Nordkorea beigetragen.
Der Politiker ging auf die innerkoreanische Industriezone Kaesong ein, auch Ost- und Westdeutschland hätten dies damals einführen sollen. Er erwartete, dass deutsche Unternehmen aktiv mitwirken würden, sollte der Industriepark wieder in Betrieb genommen werden.
Koschyk bedauerte die Schließung der Industriezone sehr. Er habe Kaesong mehrmals besucht und bewundert. Hätten Ost- und Deutschland an ihrer Grenze ein solches Industriegebiet gehabt, hätten sie sich bei der wirtschaftlichen Angleichung zwischen Ost und West leichter getan, hieß es.
Der ehemalige Präsident Kim Dae-jung hatte 2000 an der Freien Universität Berlin seine Berliner Erklärung bekannt gegeben. Er hatte 2007 als erster Gewinner des von der Universität eingeführten Freiheitspreises dort eine Rede gehalten.
Das Institut für Koreastudien veranstaltet seit 2018 die Annual Kim Dae Jung Lecture.