Ein hochrangiger japanischer Diplomat ist zu Gesprächen in Südkorea eingetroffen.
Damit kommt der erste persönliche Kontakt zwischen Abteilungsleitern im Außenministerium seit dem Amtsantritt der neuen Regierung von Yoshihide Suga zustande.
Es sollten verschiedene Angelegenheiten besprochen werden, sagte Shigeki Takizaki am Mittwochnachmittag bei der Ankunft am Incheon-Flughafen gegenüber Reportern. Takizaki ist Leiter der Abteilung für Asien- und Ozeanien-Angelegenheiten im Außenministerium.
Auf die konkrete Frage, ob auch über Japans Pläne für Verklappung von kontaminiertem Kühlwasser gesprochen werde, antwortete er ausweichend. Es werde jedes Thema abgedeckt, über das es zu sprechen gelte, sagte er.
Takizaki wird heute sein südkoreanisches Gegenüber Kim Jung-han treffen. Beide hatten sich zuletzt im Februar in Seoul getroffen, damals noch vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie in beiden Ländern. Im Juni hatten sie sich angesichts der damals geltenden Corona-Regeln per Video-Telefonat ausgetauscht.
Zwischen beiden Ländern gibt es zurzeit reichlich Gesprächsbedarf. Darunter zählen Entschädigungen für koreanische Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg und Japans Exportbeschränkungen für Schlüsselprodukte der Halbleiter- und Displayindustrie zu den drängendsten Themen.
Takizaki, der in Personalunion auch den Posten des Nuklearchefunterhändlers innehat, will in Seoul außerdem mit dem Chefunterhändler für die Atomgespräche mit Nordkorea, Lee Do-hoon, zusammenkommen. Beide wollen offenbar über Maßnahmen sprechen, wie vor der Präsidentschaftswahl in den USA nordkoreanischen Provokationen vorgebeugt werden kann.