Der ehemalige japanische Premierminister Shinzo Abe hat am Samstag, kurz nach seinem Rücktritt, den umstrittenen Yasukuni-Schrein besucht.
Abe schrieb in einem SNS-Beitrag, er habe den Seelen der Kriegstoten über seinen Rücktritt berichtet. An dem Schrein in Tokio werden auch Kriegsverbrecher der A-Klasse aus dem Zweiten Weltkrieg geehrt.
Es war Abes erster Besuch in dem Schrein seit fast sieben Jahren. Er hatte zuletzt im Dezember 2013, ein Jahr nach seinem zweiten Amtsantritt als Premierminister, den Yasukuni-Schrein besucht. Damit hatte er für Empörung der Nachbarländer gesorgt, seitdem hatte er auf den Besuch verzichtet und stattdessen Opfergaben geschickt.
Abe wollte mit seinem Yasukuni-Besuch offenbar die konservativen und rechtsorientierten Gruppen vereinigen, um seine unerfüllten Wünsche wie die Verfassungsänderung zu verwirklichen, und sandte auch eine politische Botschaft an das neue Kabinett.
Die südkoreanische Regierung bedauerte am Samstag Abes Besuch des Yasukuni-Schreins. Sie äußere tiefe Besorgnis und Bedauern darüber, dass der ehemalige japanische Premier Abe unmittelbar nach seinem Rücktritt den Yasukuni-Schrein besucht habe. Der Schrein sei eine symbolische Einrichtung, die Japans koloniale Plünderung und den Aggressionskrieg beschönige, hieß es in einer Stellungnahme.