Die Seuchenkontrollbehörden haben vor der Gefahr einer landesweiten Ausbreitung von Covid-19 gewarnt.
Immer mehr lokale Infektionen würden außerhalb der Hauptstadtregion gemeldet.
Nach Angaben der Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention wurden am Mittwoch 441 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bestätigt. Damit wurde erstmals seit mehr als fünf Monaten die 400er-Marke übertroffen.
Etwa 70 Prozent der Neuinfektionen wurden in der Hauptstadtregion gemeldet, davon 154 Fälle in Seoul, 100 in der Provinz Gyeonggi und 59 in Incheon.
Die Seuchenkontrollbehörden bewerteten, dass es in zeitlicher Hinsicht Grenzen gebe, damit die soziale Distanzierung der Stufe 2 eine Wirkung gegen die aktuelle Covid-19-Ausbreitung habe. Der anhaltende Verbreitungstrend wurde darauf zurückgeführt, dass es zu Infektionen in Kirchen einschließlich der Sarang Jeil Kirche in Seoul und zu Übertragungen als dessen Folge kam und dass es landesweit Teilnehmer an der Massenkundgebung am Unabhängigkeitstag gibt.
Nach Behördenangaben wird derzeit eingehend über eine eventuelle Verschärfung der Regeln zur sozialen Distanzierung auf Stufe 3 diskutiert. Die Entscheidung müsse bald durch Diskussionen getroffen werden.
Die Seuchenkontrollbehörden warnten vor, dass die jüngste Ausbreitung größere Schäden als die Masseninfektion im Zusammenhang mit der Shincheonji Kirche Jesu verursachen könnte, und forderten die Umsetzung der Regeln zur sozialen Distanzierung von Stufe 2. Betriebe wurden aufgerufen, durch Maßnahmen wie flexibles Arbeiten und Heimarbeit die Dichte am Arbeitsplatz zu senken.
Nach der Einführung der sozialen Distanzierung der Stufe 2 in der Hauptstadtregion waren am letzten Wochenende 16,9 Prozent weniger Menschen verglichen mit dem vorherigen Wochenende unterwegs. Die Behörden betonten jedoch, dass der Rückgang für ein Nachlassen der aktuellen Ausbreitung nicht ausreiche, und rieten, für eine Weile auf Ausgehen, Versammlungen und Treffen zu verzichten.