Südkorea hat mit der Aufkündigung eines Militärabkommens mit Japan gedroht.
Das bilaterale Abkommen über den Austausch von Militärgeheimnissen könne jederzeit beendet werden, sagte der Sprecher des Außenministeriums Kim In-cheol am Dienstag auf einer Pressekonferenz.
Südkorea habe diese Position stets deutlich gemacht, nachdem die Entscheidung für eine Nichtverlängerung des GSOMIA-Paktes zunächst zurückgestellt worden war.
Abhängig von Japans Verhalten hinsichtlich der Handelsbeschränkungen wolle Südkorea sein Recht auf eine Beendigung des Pakts überprüfen.
Das Abkommen in seiner jetzigen Form unterliege nicht der üblichen Praxis einer jährlichen Verlängerung, sagte der Sprecher.
Das Abkommen war am 23. November 2016 unterzeichnet worden. Wichtig ist es vor allem deshalb, weil beide Länder untereinander Informationen über Nordkoreas Atomaktivitäten austauschen. Wünscht eine Seite, das Abkommen nicht zu verlängern, muss sie dies drei Monate vorher bekannt machen.
Südkorea hatte vor dem Auslaufen des Vertrags im vergangenen November mit einem Ausstieg gedroht. Grund waren japanische Exportkontrollen, die als Vergeltung für ein Gerichtsurteil zur Entschädigung von Zwangsarbeitern betrachtet wurden.
Südkorea hatte kurz vor dem Fristablauf seine Entscheidung für den Ausstieg aus dem Vertrag zurückgezogen, damals aber auch betont, dass dieser jederzeit erfolgen könne.