Der Vorsitzende des Gewerkschaftsdachverbandes KCTU, Kim Myung-hwan, hat erklärt, von seinem Posten zurückzutreten.
Grund ist, dass die Mitglieder der Koreanischen Vereinigung der Gewerkschaften (KCTU) eine neue Tarifeinigung abgelehnt hatten. Kim teilte am Freitagnachmittag auf einer Pressekonferenz mit, dass er die Verantwortung hierfür tragen und sein Amt niederlegen wolle.
Nach Angaben der KCTU hatte die Mehrheit der Delegierten bei einer Online-Abstimmung am Donnerstag die geplanten Änderungen abgelehnt. 1.311 der insgesamt 1.479 Delegierten hätten ihre Stimme abgegeben und 805 Vertreter gegen den Vorschlag gestimmt.
Die Tarifänderungen waren als Antwort auf die wirtschaftlichen Probleme infolge der Corona-Pandemie gedacht.
Im Kern wurde angestrebt, Arbeitsplätze zu sichern und das Sicherheitsnetz für die Arbeitnehmer enger zu knüpfen. Im Gegenzug sollten die finanziellen Belastungen für die Unternehmen verringert werden.
Vertreter von Regierung, Arbeitergebern und -nehmern hatten 40 Tage lang verhandelt. KCTU-Chef Kim hatte die Gespräche selbst als einer der ersten vorgeschlagen.
Diesen Monat musste eine Feier zur Unterzeichnung der Einigung jedoch abgesagt werden, nachdem sich einige Mitglieder gegen den Abschluss gewehrt hatten. Anschließend sollte eine Abstimmung Klarheit bringen.
Der Gewerkschaftschef hatte seinen Rücktritt angekündigt für den Fall, dass die Tarifeinigung von den Mitgliedern nicht gebilligt wird.