Koreanische Opfer der Zwangsarbeit und Sexsklaverei während der japanischen Kolonialherrschaft wollen zwei Wissenschaftler wegen ihrer die Geschichte entstellenden Äußerungen anzeigen.
Rund zehn Opfer und ein Rechtsanwalt, der sie vertritt, teilten die Absicht auf einer Pressekonferenz am Donnerstag im Parlament in Seoul mit. Sie wollten Anfang nächster Woche Lee Young-hoon, einen früheren Wirtschaftsprofessor an der Seoul Nationaluniversität, und Ryu Seok-chun, Soziologieprofessor an der Yonsei Universität, wegen Vorwürfen der Ehrverletzung und der Verletzung des nationalen Sicherheitsgesetzes anzeigen, hieß es.
Das von Lee und anderen Autoren verfasste Buch „Anti-Japan Tribalism“ sei in Japan von rechtsgerichteten Gruppen begrüßt und zum Bestseller geworden. Damit sei die Gelegenheit verpasst worden, dass Japan seinen früheren Fehlern ins Gesicht sehe und Reue empfinde, um in eine neue Zukunft zu schreiten, sagte der Anwalt.
Das Buch ist äußerst umstritten, weil darin die Kolonialherrschaft Japans gutgeheißen und seine Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie Zwangsarbeit und Sexsklaverei geleugnet werden.
Gegen Ryu wurde wegen umstrittener Äußerungen zu den sogenannten Trostfrauen von seiner Universität eine Disziplinarmaßnahme verhängt. Er schrieb jedoch jüngst in einer rechtsextremen Zeitschrift Japans, dass sich frühere Zwangsarbeiter freiwillig beworben hätten, um Geld zu verdienen.