Südkorea wird die UNESCO offenbar bitten, japanische Industrieerbestätten aus der Welterbeliste zu streichen.
Das Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus werde ein Schreiben mit dieser Forderung noch in diesem Monat abschicken, sagte der Regierungsabgeordnete Jeon Yong-i am Sonntag.
Kulturminister Park Yang-woo und die Administratorin der Verwaltung des Kulturerbes Chung Jae-suk hätten das Vorhaben am Donnerstag gegenüber den Regierungsabgeordneten des parlamentarischen Kultur- und Tourismusausschusses angekündigt.
Laut dem Minister kümmere sich das Außenministerium bereits um die Angelegenheit, doch wolle sein Ministerium eigene Schritte unternehmen.
Grund ist Japans nicht eingelöstes Versprechen, im Zusammenhang mit einem Informationszentrum zum Industrieerbe auf den Zwangsarbeitereinsatz hinzuweisen. Tokio hatte das Informationszentrum zu den 23 Industrieanlagen letzte Woche eröffnet. Diese waren im Juli 2015 zum Welterbe bestimmt worden. An sieben der Anlagen, insbesondere auf der Insel Hashima, waren vor und während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter aus besetzten asiatischen Ländern eingesetzt worden.
Japan hatte nach der Ernennung der Einrichtungen zum Welterbe versprochen, in dem Informationszentrum der Opfer der Zwangsarbeit zu gedenken. Jedoch fehlt in der Ausstellung ein Hinweis auf den Zwangsarbeitereinsatz.