Eine Organisation nordkoreanischer Flüchtlinge in Südkorea will trotz der starken Kritik Nordkoreas noch im Juni erneut Flugblätter über die Grenze schicken.
Nach Polizeiangaben kündigte die Organisation „Kämpfer für ein freies Nordkorea“ (FFNK) an, am 25. Juni eine Million Flugblätter nach Nordkorea fliegen zu lassen.
Die Polizei setzte angesichts des Plans im Grenzgebiet, unter anderem in Paju und Yeoncheon in der Provinz Gyeonggi sowie auf Ganghwa in Incheon, Ordnungskräfte ein, um rund um die Uhr auf Eventualitäten reagieren zu können.
Laut einem Vertreter der Polizeibehörde des Nordens der Provinz Gyeonggi will die Polizei angesichts der Sorge der Bewohner gemäß einer Entscheidung des Kommandeurs vor Ort den Veranstaltern von der Flugblattaktion abraten und die Aktion verhindern, sollte vor Ort Gefahr aufkommen.
Nordkorea hatte am Dienstag mit dem Hinweis auf die anti-nordkoreanische Flugblattaktion alle Kommunikationsleitungen zu Südkorea gekappt.
Das südkoreanische Parlament arbeitet daran, ein Gesetz für ein Verbot solcher Aktionen zu erlassen.
Angesichts eines zunehmenden nordkoreanischen Protests eskalieren die Spannungen im Grenzgebiet und der Konflikt zwischen den Veranstalterorganisationen und den Bewohnern. Am Montag hinderten Einwohner auf Gangwha Mitglieder von FFNK und weiterer Flüchtlingsorganisationen daran, PET-Flaschen übers Meer in den Norden zu schicken, in denen Reis und Masken enthalten sind. Bewohner der grenznahen Stadt Gimpo hatten am 6. Juni in einer Stellungnahme erklärt, Nordkorea reizende Handlungen wie das Verschicken von Flugblättern mit allen Mitteln und Methoden verhindern zu wollen.