Südkorea hat sich gegen Kritik einer französischen Zeitung an den in der Corona-Krise getroffenen Maßnahmen gewehrt.
Die Regierung reichte offiziell Protest ein, mit dem Argument, dass es sich bei dem umstrittenen Artikel um eine Verleumdung handele.
Die führende Finanzzeitung „Les Échos“ hatte am 6. April in ihrer Onlineausgabe einen Meinungsbeitrag der Rechtsanwältin Virginie Pradel mit der Überschrift „Covid-19 und Rückverfolgung: Unsere Freiheiten nicht opfern!“ veröffentlicht.
Zwar warf Pradel der französischen Regierung in der Corona-Krise Nachlässigkeit vor, warnte aber vor dem Einsatz technischer Mittel für die Nachverfolgung von Infizierten wie in Südkorea. In diesem Zusammenhang nannte sie Südkorea einen zweiten Verfechter der Überwachung und Denunziation in der Welt.
Die südkoreanische Botschaft in Frankreich protestierte bei der Autorin. Der Leiter des Koreanischen Kulturzentrums formulierte zudem eine Gegenmeinung. Er weist darauf hin, dass alle Maßnahmen gegen Covid-19 auf der Grundlage eines öffentlichen Konsenses und im Einklang mit demokratischen Verfahren transparent ausgearbeitet und umgesetzt würden.
Der Korrespondent der Zeitung „Le Figaro“ in Tokio, Regis Arnaud, verteidigte unterdessen Südkoreas Vorgehensweise gegen Covid-19. Er kritisierte in seiner Kolumne am 9. April Frankreichs ambivalente Haltung als arrogant. Einerseits werde Südkoreas Methode als Verletzung der Privatsphäre kritisiert, andererseits schränke Frankreich die Bewegungsfreiheit seiner Bürger stark ein.