Die Seouler Stadtverwaltung hat die Führung der Shincheonji-Kirche Jesu wegen Mordes sowie Verletzung und Verstoßes gegen das Gesetz zu Infektionskrankheiten angezeigt.
Die Stadtverwaltung teilte am Sonntag mit, den Gründer und Leiter der Sekte, Lee Man-hee und die zwölf Niederlassungsleiter bei der Staatsanwaltschaft Seoul Zentral angezeigt zu haben.
Die Angezeigten verweigerten Tests zum Coronavirus und hätten keine Maßnahmen unternommen, um ihre Mitglieder zu einer aktiven Kooperation für die Bekämpfung einer weiteren Ausbreitung von Covid-19 zu bewegen, lautete die Begründung.
Die Shincheonji-Kirche habe der Regierung und lokalen Verwaltungen lückenhafte Listen ihrer Mitglieder ausgehändigt, aus denen einige Namen gestrichen worden seien und in denen falsche Angaben gemacht worden seien. Daher bestehe der Verdacht, dass sie die Arbeit der Gesundheitsbehörden behindert habe.
Solche Handlungen erfüllten laut dem Strafrecht den Tatbestand des Mordes. Zudem bestehe der Verdacht des Verstoßes gegen das Gesetz zur Prävention von Infektionskrankheiten, hieß es weiter.
Die Niederlassung der Shincheonji-Kirche in Daegu steht im Zentrum der starken Verbreitung des neuartigen Coronavirus in Südkorea. Mehr als die Hälfte der Infektionsfälle im Land betrifft Shincheonji-Anhänger.