Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der rapiden Ausbreitung des neuartigen Coronavirus aus China eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ausgerufen.
WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte nach einer Sitzung des Notfallausschusses am Donnerstag (Ortszeit) in Genf vor der Presse, dass derzeit weltweit 7.834 Infektionsfälle bestätigt seien, darunter 7.736 Fälle in China. In 18 Ländern außerhalb Chinas seien 98 Fälle gemeldet worden. In vier Staaten, Deutschland, Japan, Vietnam und den USA, gebe es acht Fälle einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung.
Man wisse nicht, welchen Schaden das Virus in einem Land mit einem schwachen Gesundheitssystem anrichten würde. Man müsse sofort Maßnahmen ergreifen, um für eine solche Möglichkeit gewappnet sein zu können, betonte er.
Zugleich äußerte der WHO-Generaldirektor, dass der Schritt kein Misstrauensvotum gegen China darstelle. Die WHO sehe keinen Grund für internationale Reise- und Handelsbeschränkungen. Die Organisation fordere, dass alle Länder konsequente Entscheidungen auf der Grundlage von Fakten treffen würden.
Die WHO erklärte somit zum sechsten Mal einen internationalen Notstand. Die Notlage war unter anderem nach dem Ausbruch der Neuen Influenza A (H1N1) im Jahr 2009 und wegen der Ebola-Epidemie im Kongo im vergangenen Jahr ausgerufen worden.