Sechs Monate nach dem tödlichen Schiffsunglück auf der Donau in Budapest ist der Kapitän eines daran beteiligten Kreuzfahrtschiffs angeklagt worden.
Laut lokalen Medien klagte die ungarische Staatsanwaltschaft am Donnerstag (Ortszeit) den Kapitän des Kreuzfahrtschiffs Viking Sigyn an.
Ihm wird rücksichtsloses Fehlverhalten vorgeworfen, mit dem er den Seeverkehr behindert und für viele Todesopfer gesorgt habe. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm außerdem unterlassene Hilfeleistung vor.
Die Staatsanwaltschaft sagte, dass der Kapitän unkonzentriert gewesen sei und nicht den nötigen Sicherheitsabstand zu dem havarierten Ausflugsschiff eingehalten habe. Er habe zudem das Überholmanöver vorher nicht angezeigt.
Bei einer Verurteilung droht ihm eine Haftstrafe von bis zu elf Jahren.
Das Kreuzfahrtschiff hatte am 29. Mai auf der Donau das Ausflugsschiff Hableany mit 33 südkoreanischen Touristen an Bord gerammt. Dieses sank anschließend, dabei kamen 25 Südkoreaner und zwei ungarische Besatzungsmitglieder ums Leben. Nach einem Südkoreaner wird noch immer gesucht.