Ein leitender Beamter des US-Außenministeriums hat Spekulationen gedämpft, dass Südkoreas Entscheidung für die Verschiebung der Beendigung seines Militärabkommens GSOMIA mit Japan den Druck der USA für einen größeren Anteil an den Stationierungskosten der US-Truppen verringern könnte.
David Stilwell, der für Ostasien und Pazifik zuständige Abteilungsleiter, habe die Auffassung mitgeteilt, dass die GSOMIA-Verlängerung und die Verhandlungen über die Kostenaufteilung zwei getrennte Angelegenheiten seien, berichtete die japanische Zeitung „Nihon Keizai Shimbun“ am Montag.
Er glaube nicht, dass die Idee, eines mit dem anderen zu verbinden, Sinn mache, sagte Stilwell in einem Interview mit der Zeitung. Damit deutete er an, dass die USA die Verhandlungen mit Südkorea über die Aufteilung der Verteidigungskosten unabhängig von der verschobenen Beendigung des Abkommens zum Austausch von Militärinformationen führen würden.
Stilwell begrüßte Seouls Entscheidung über die GSOMIA-Frage und sagte, dass dies positiv für die Sicherheitskooperation zwischen Südkorea, den USA und Japan sei und Hoffnung gemacht habe. Zugleich betonte er, dass die drei Länder um die Vorteile der trilateralen Kooperation wüssten.
In Bezug auf eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Südkorea und Japan äußerte Stilwell, dass die USA die Rolle hätten, als Nebendarsteller den Dialog zu fördern. Die Einmischung der USA könnte eine kurzfristige Lösung darstellen, jedoch keine langfristige, sagte er außerdem. Damit deutete er laut der Zeitung an, dass die USA in den Geschichts- und Handelsstreit zwischen Südkorea und Japan nicht tief eingreifen würden.