Nach Einschätzung von US-amerikanischen Medien sind die Gespräche in Stockholm an zu hohen Erwartungen Nordkoreas gescheitert.
Die Tageszeitung "The Washington Post" zitierte am Sonntag Chad O’Carroll vom Analyse- und Beratungsunternehmen Korea Risk Group mit den Worten, dass Nordkorea mit drastischen Erwartungen in die Arbeitsgespräche gegangen sei. Grund sei gewesen, dass US-Präsident Donald Trump seinen Sicherheitsberater John Bolton geschasst hatte und von einer möglichen "neuen Methode" die Rede gewesen sei.
Die Zeitung berief sich auf einen Bericht des Experten für den Internetauftritt von Korea Risk Group, NK Pro. Nordkorea hoffe offenbar angesichts des bevorstehenden Wahlkampfes darauf, dass eine tickende Uhr und die Angst der Amerikaner vor Tests von Langstreckenraketen und Atomwaffen Washington zu einem Strategieschwenk veranlassen.
Das "Wall Street Journal" schrieb, dass Nordkorea offenbar Zugeständnisse erzwingen wolle, indem es das Bedrohungsniveau erhöhe.
In dem Artikel wurde Lee Sung-yoon, Korea-Experte der Graduiertenschule Fletcher School der amerikanischen Tufts Universität, mit der Einschätzung zitiert, dass ein ähnliches Verhalten Nordkoreas zuvor beobachtet worden sei. Nordkorea habe wiederholt in der Hoffnung Rückzieher von Gesprächen gemacht, Vorteile aus einer Krisenstimmung ziehen zu können. Indem es sich rar gemacht habe, habe es versucht, den USA Zugeständnisse abzuringen, hieß es.