Japan hat mit dem Abriss des Abluftkamins der Reaktoren 1 und 2 des vor acht Jahren havarierten Atomkraftwerks Fukushima Daiichi begonnen.
Der Kernkraftwerksbetreiber TEPCO teilte mit, dass in der ersten Stufe der obere Teil des gemeinsamen Abluftkamins der Reaktoren 1 und 2 abgetrennt worden sei.
Laut der Zeitung „Asahi Shimbun“ wurde der obere Teil mit einer Länge von zwei Metern und vier Tonnen Gewicht des Abluftkamins am Sonntag abgetrennt. TEPCO will nach eigenen Angaben die Demontage des 120 Meter hohen Kamins noch binnen Jahresfrist abschließen.
Der Abluftkamin drohte einzustürzen. Wegen hoher Radioaktivitätswerte in der Umgebung waren jedoch keine Wartungsarbeiten möglich. Laut TEPCO wurden im November 2016 bis zu 25 Sievert pro Stunde gemessen. Wird ein Mensch etwa 20 Minuten lang einer solchen Strahlenbelastung ausgesetzt, kann dies zum Tod führen.
TEPCO will den demontierten Teil zunächst innerhalb der AKW lagern. Der japanische Ausschuss für Atomkraftregulierung fordert eine Änderung des Plans.
Experten vermuten, dass die Abe-Regierung angesichts der Olympischen Spiele in Tokio im kommenden Jahr den Abluftkamin, ein Symbol der AKW-Katastrophe, beseitigen wolle, um die weiterhin vorhandenen Gefahren zu verbergen.