Bei einem multilateralen Außenministertreffen des südostasiatischen Staatenbundes ASEAN haben Teilnehmerländer Japans Exportrestriktionen und die Streichung Südkoreas aus der weißen Liste kritisiert.
Beim Außenministertreffen der ASEAN plus Drei (Südkorea, China und Japan) in Bangkok sagte die südkoreanische Außenministerin Kang Kyung-wha, dass sie die Besorgnis über die Handelskonflikte zwischen wichtigen Handelspartnern völlig verstehe, die die ASEAN-Außenminister in ihrer am Mittwoch angenommenen gemeinsamen Erklärung geäußert hätten. Der japanische Außenminister Kono Taro konterte jedoch, dass er von seinen ASEAN-Freunden kein Wort der Unzufriedenheit über Japans Exportkontrollen vernommen habe.
Wie verlautete, habe der singapurische Außenminister Vivian Balakrishnan darauf hingewiesen, dass kein ASEAN-Staat auf der weißen Liste Japans stehe. Für den gemeinsamen Wohlstand müsse Japan die Liste erweitern.
Der chinesische Außenminister Wang Yi sagte, es sei bedauerlich, dass ein Problem entstanden sei, obwohl die ASEAN und Südkorea, China sowie Japan zu einer Familie werden sollten.
Kono warf jedoch Südkorea vor, das Abkommen über Ansprüche zwischen Seoul und Tokio neu schreiben zu wollen. Er betonte, dass die Exportrestriktionen eine getrennte Sache seien. Er zeigte sich laut Informationen jedoch angesichts der Kritik anderer Länder verlegen.
Kang unterstrich, dass Japan aus Protest gegen die Urteile des südkoreanischen Obersten Gerichts für die Entschädigung früherer Zwangsarbeiter Exportrestriktionen beschlossen habe.