Die japanische Regierung hat die Streichung von Handelsprivilegien für Südkorea beschlossen.
Bei einer Kabinettssitzung um 10.00 Uhr in Tokio wurde entschieden, Südkorea von der Liste der bevorzugten Handelspartner zu nehmen.
Die Änderung wird voraussichtlich in drei Wochen in Kraft treten. Es ist das erste Mal, dass die japanische Regierung ein Land wieder aus dieser Liste gestrichen hat.
Japan begründete die Restriktion damit, dass das Vertrauen in Südkorea wegen einer schlechten Handelskontrolle untergraben sei. Seoul vermutet hinter dem Beschluss jedoch politische Motive. Tokio wolle Vergeltung für ein Urteil des südkoreanischen Obersten Gerichtshofes üben, nach dem zwei japanische Unternehmen ehemaligen koreanischen Zwangsarbeitern im Zweiten Weltkrieg Schadenersatz zahlen sollen.
Zuvor hatte Japan seine Exportrestriktionen für drei Halbleiter-Materialien verschärft, darunter Fotolack. Von der Entscheidung sind die zwei führenden südkoreanischen Halbleiterhersteller Samsung Electronics und SK Hynix stark betroffen.
Die so genannten "weißen Länder" genießen eine Vorzugsbehandlung und können ohne besondere Genehmigungsverfahren japanische Güter einführen, die auch militärischen Zwecken dienen können. Als Folge der zweiten Vergeltungsmaßnahme müssen japanische Unternehmen für Exporte von über 1.000 Artikeln nach Südkorea jedes Mal eine Genehmigung der Regierung einholen. Über die Dauer des Genehmigungsverfahrens kann die Regierung in Tokio nach freiem Ermessen bestimmen.