Entgegen einer früheren Stellungnahme hat Moskau nun dementiert, dass ein russisches Militärflugzeug den südkoreanischen Luftraum verletzt habe.
Eine offizielle Stellungnahme hat die russische Regierung am Mittwoch der südkoreanischen Botschaft in Moskau übermittelt, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium mit.
Darin behauptet Russland, dass südkoreanische Piloten sich unprofessionell verhalten und die Flugroute des russischen Militärflugzeugs versperrt und dessen Sicherheit gefährdet hätten.
Das südkoreanische Verteidigungsministerium warf Moskau vor, die Wahrheit zu manipulieren. Denn Russland habe seine gestrige Position geändert, als Bedauern über die Luftraum-Verletzung ausgedrückt wurde.
Das südkoreanische Präsidialamt teilte heute Vormittag mit, Moskau habe am Dienstag doch noch Bedauern darüber ausgedrückt, dass ein russisches Militärflugzeug zuvor am Tag unwissentlich den südkoreanischen Luftraum verletzt habe.
Moskau habe versprochen, unverzüglich Ermittlungen aufzunehmen und notwendige Maßnahmen einzuleiten, teilte der für Öffentlichkeitsarbeit zuständige südkoreanische Präsidialsprecher Yoon Do-han mit. Yoon bezog sich dabei auf ein Gespräch zwischen einem Beamten des südkoreanischen Verteidigungsministeriums und einem stellvertretenden russischen Militärattaché in Seoul. Dem russischen Diplomaten zufolge sei das Flugzeug anscheinend wegen eines technischen Problems ungeplant in die Zone eingedrungen.
Das südkoreanische Verteidigungsministerium betonte, es habe eindeutige Beweise für die Luftraum-Verletzung. Das Ministerium hat zudem Zweifel an dem von Russland genannten Grund für die Verletzung des südkoreanischen Luftraums angemeldet.
Ein russisches Frühwarnflugzeug drang gestern zweimal insgesamt etwa sieben Minuten lang in Südkoreas Luftraum über der Insel Dokdo im Ostmeer ein. Ein südkoreanischer Kampfjet schoss etwa 360 Warnschüsse aus rund einem Kilometer Entfernung ab.
Seit dem Abschluss des Waffenstillstandsabkommens 1953 war es das erste Mal, dass ein ausländisches Militärflugzeug Südkoreas Luftraum verletzt hat und Südkorea Warnschüsse gegen ein ausländisches Kampfflugzeug abfeuerte.
Kurz zuvor am selben Tag haben jeweils zwei chinesische und russische Militärflugzeuge unangemeldet die Luftraumüberwachungszone KADIZ an der Ostküste Südkoreas durchquert. KADIZ zählt nicht direkt zum Hoheitsgebiet, dient aber als Puffer gegen ein unbefugtes Eindringen.
Südkorea protestierte bei beiden Ländern. Bei Russland protestierte der Nationale Sicherheitsberater Chung Eui-yong schriftlich.