Das Präsidialamt in Seoul hat offiziell bestätigt, dass am Rande des anstehenden G20-Gipfels kein bilaterales Spitzentreffen zwischen Südkorea und Japan stattfinden wird.
Südkorea sei bereit zu einem Treffen, Japan habe jedoch keine Reaktion gezeigt, sagte ein hochrangiger Beamter des Präsidialamtes am Dienstag.
Zugleich hieß es, dass ein Treffen doch noch möglich sei, sollte Japan während des G20-Gipfels darum bitten.
Angesichts der Gepflogenheiten beim G20-Gipfel und des besonderen Charakters der Beziehungen zwischen Südkorea und Japan gilt es als außergewöhnlich, dass Japan als Gastgeber des G20-Treffens Südkoreas Vorschlag für ein Spitzentreffen de facto zurückwies.
Japan hatte sich den Urteilen des südkoreanischen Obersten Gerichtshofs im vergangenen Jahr für die Entschädigung früherer Zwangsarbeiter widersetzt und die südkoreanische Regierung unter Druck gesetzt. Tokio hatte die Einsetzung eines Schlichtungsgremiums verlangt und die Angelegenheit mit der Abhaltung eines Gipfels mit Seoul in Verbindung gebracht.
Als ein weiterer Faktor wird die Einschätzung vermutet, dass ein Gipfel mit Südkorea im Vorfeld der japanischen Parlamentswahl im Juli Premierminister Shinzo Abe politisch belasten könnte.
Es wird erwartet, dass die trilaterale Kooperation zwischen Südkorea, den USA und Japan zu den wichtigen Themen bei dem am Sonntag geplanten Südkorea-USA-Gipfel zählen wird.