Das auf der Donau gesunkene Ausflugsschiff „Hableany“ ist unmittelbar nach einem plötzlichen Richtungswechsel von einem Kreuzfahrtschiff am Heck getroffen worden.
Das teilte der Sprecher der ungarischen Polizei, Adrian Pal, auf einer Pressekonferenz am Donnerstag (Ortszeit) mit. Dabei wurde ein Video ausgestrahlt, das Szenen des Unglücks am Mittwochabend (Ortszeit) zeigt.
Das Unglücksschiff habe gewendet, als es die Margaretenbrücke, den Unglücksort, erreicht habe. Unmittelbar danach sei das große Kreuzfahrtschiff Viking gegen das Heck der Hableany gestoßen. Innerhalb von sieben Sekunden nach der Kollision sei die Hableany gesunken, hieß es.
Ein ungarischer Experte behauptete unterdessen, dass menschliches Versagen Ursache des Unglücks sei. Imre Horvath, Generalsekretär des ungarischen Schifffahrtsverbandes, sagte in einem Medieninterview am Donnerstag, das große Kreuzfahrtschiff verfüge über ein Satellitennavigationssystem, das die Position und die Bewegung des Schiffs bestimme, um einen Mindestabstand von vier Metern zu einem anderen Schiff aufrechtzuerhalten. Am Mittwochabend habe auf der Donau eine gute Sicht geherrscht. Man hätte die Bewegungen anderer Schiffe mit dem bloßen Auge erfassen können.
Kreuzfahrtschiffe führen gewöhnlich schneller. Angesichts der Größe und Länge der Viking, die mit dem Unglücksschiff kollidierte, sei das kleine Ausflugsschiff offenbar schwer beschädigt worden und daher schnell gesunken, hieß es weiter.
Laut dem südkoreanischen Außenministerium und dem ungarischen Staatssender M1 waren 35 Menschen, darunter 33 Koreaner und zwei ungarische Besatzungsmitglieder, an Bord des Unglücksschiffs.