Patienten haben polizeiliche Ermittlungen gegen das Pharmaunternehmen Kolon Life Science wegen eines umstrittenen Gentherapie-Medikaments verlangt.
Es handelt sich um Invossa-K, ein Medikament gegen Osteoarthritis. Unter dem Begriff werden chronisch-degenerative Gelenkveränderungen mit Knorpelabbau zusammengefasst.
Jüngst hatte sich herausgestellt, dass keine aus Knorpel gewonnenen Zellen, sondern aus den Nieren gewonnene Zellen für das Medikament verwendet wurden. Im Antrag auf die Zulassung wurden aus Knorpel gewonnene Zellen als Bestandteil der zweiten Flüssigkeit der Injektion angegeben.
Kolong TissueGene, dem Entwickler des Medikaments, wird vorgeworfen, bereits vor zwei Jahren davon gewusst zu haben.
Patienten kritisieren, dass auch der Hersteller Kolong Life Science davon Kenntnis hatte und dies bewusst verschwiegen habe. Sie verlangten eine Überprüfung des Zulassungsverfahrens durch den Rechnungshof. Die Zulassung hatte das Ministerium für Lebensmittel- und Medikamentensicherheit erteilt.
Bereits etwa 100 von 3.900 Patienten, die das Medikament verabreicht bekamen, wollen sich an der Klage beteiligen.