Ein Opfer der Sexsklaverei der japanischen Armee während des Zweiten Weltkriegs hat einen Appell an ein Gericht gerichtet.
Gil Won-ok reichte am Donnerstag dem Obergericht Seoul ein Schreiben ein. Sie forderte darin, ein Dokument über Diskussionen zwischen Seoul und Tokio über dessen Eingeständnis der Verschleppung von Frauen in Frontbordelle bei den Verhandlungen für eine Einigung über die Sexsklaverei-Frage im Jahr 2015 freizugeben.
Sie sei schon 92 Jahre alt und möchte unbedingt die Wahrheit klären lassen, bevor sie sterbe. Sie appelliere, dass das Gericht die Bürger wissen lasse, ob Japan die Verschleppung eingestanden habe, hieß es darin.
Derzeit ist ein Gerichtsverfahren in der zweiten Instanz dazu in Gang, ob das Außenministerium das betreffende Dokument freigeben soll.
Ein Gericht der ersten Instanz entschied im Januar 2017, dass das Außenministerium das Dokument veröffentlichen soll. Das Ressort ging jedoch in Berufung, da ein solcher Schritt die Staatsinteressen stark beeinträchtigen könne.
Gil beantragte im Juli 2017 beim Außenministerium die Weitergabe entsprechender Informationen, der Antrag wurde jedoch abgelehnt.