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Verzicht von „Japan Times“ auf Ausdrücke „Trostfrau“ und „Zwangsarbeit“ sorgt für Auseinandersetzungen
Write: 2019-01-25 08:53:33 / Update: 2019-01-25 11:16:10
Die auflagenstärkste englischsprachige Zeitung in Japan hat beschlossen, die Ausdrücke „Trostfrau“ und „Zwangsarbeit“ nicht zu verwenden.
Die Entscheidung sorgt erst jetzt für Auseinandersetzungen.
Die „Japan Times“ teilte im vergangenen November mit, den Ausdruck „comfort woman“ (Trostfrau) künftig durch die Formulierung „woman to provide sex to Japanese soldiers“ (Frau, die japanischen Soldaten Geschlechtsverkehr anbietet) zu ersetzen. Sie beschloss zudem, aus dem Wort „forced labor“ (Zwangsarbeit) „forced“ (gezwungen) wegzulassen.
Die Entscheidung der Zeitung wurde am 30. November, dem Folgetag der Verkündung des Urteils vor dem Obersten Gerichtshof in Südkorea, bekannt gegeben, dass das japanische Unternehmen Mitsubishi Heavy Industries frühere Zwangsarbeiter entschädigen müsse.
Die Zeitung erläuterte, dass beide Formulierungen Missverständnisse verursachen könnten. Es gebe verschiedene Beispiele für die Trostfrauen und Zwangsarbeit je nach Regionen, hieß es.
Der Beschluss erweckt nun den Verdacht, dass die japanische Regierung Druck ausgeübt haben könnte. Nachdem das südkoreanische Oberste Gericht Ende Oktober die Firma Nippon Steel & Sumitomo Metal zur Entschädigung früherer Zwangsarbeiter aufgefordert hatte, wies Tokio die zuständigen Ministerien an, für frühere Zwangsarbeiter den Ausdruck „frühere Arbeiter von der koreanischen Halbinsel“ zu verwenden.
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