Der frühere Staatspräsident Chun Doo-hwan wird einem heute beginnenden Gerichtsverfahren gegen ihn wegen einer Verleumdungsklage offenbar fernbleiben.
Der frühere Berater im Präsidialamt und Vertraute Min Jeong-ki begründete dies gegenüber KBS mit gesundheitlichen Problemen.
Chun leide an Alzheimer, sein Zustand habe sich erheblich verschlechtert.
Chun hatte das Land von 1980 bis 1988 regiert und war durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen. In seinen Memoiren hatte er einen Geistlichen wegen dessen Augenzeugenberichten zur Niederschlagung des Gwangju-Demokratieaufstands von 1980 der Lüge bezichtigt.
Er hatte den Prozess zweimal hinausgezögert, um mehr Zeit für die Durchsicht von Dokumenten zu haben. Zur ersten Anhörung im August war er mit Verweis auf seine Alzheimer-Erkrankung nicht erschienen.
Auch hatte der 87-Jährige beantragt, dass der Prozess von Gwangju nach Seoul verlegt werde. Dies hatte er mit seinem hohen Alter begründet und den Strapazen der Reise von seinem Wohnort Seoul nach Gwangju. Das Anliegen wurde jedoch abgelehnt.