Südkoreas Geheimdienst hat nach eigenen Angaben keinen Kontakt mit einem in Italien verschwundenen nordkoreanischen Diplomaten.
Laut Berichten sei der kommissarische Botschafter seit Monaten nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten und habe offenbar um Asyl ersucht.
Dem Abgeordneten Kim Min-ki von der regierenden Minjoo-Partei berichtete der Geheimdienst auf Anfrage, dass Botschafter Jo Song-gil das Botschaftsgebäude in Rom Anfang November letztmals verlassen habe und mit seiner Ehefrau untergetaucht sei.
Jo habe im Mai 2015 als dritter Sekretär in der Vertretung in Italien angefangen und sei seit Oktober 2017 kommissarischer Botschafter gewesen. Seine Amtszeit sei Ende November ausgelaufen.
Auf die Frage, warum Jo in einem dritten Land um Asyl ersuche und nicht in Südkorea, antwortete der Abgeordnete, dass dies leicht zu erraten sei. In diesem Zusammenhang erinnerte er daran, dass der Geheimdienst keinen Kontakt mit ihm gehabt habe.
Auf die Frage, in welchem Land der 44-Jährige Asyl beantragt habe und ob auch Kinder mit dem Ehepaar unterwegs seien, wollte der Abgeordnete nicht antworten.