Wehrdienstverweigerer aus Gewissensgründen werden künftig einen Ersatzdienst in Gefängnissen ableisten können.
Das gab das Verteidigungsministerium bekannt.
Der dreijährige Dienst in Justizvollzugsanstalten werde etwa doppelt so lange wie der Wehrdienst bei den Streitkräften dauern.
Das Ministerium machte die für 2020 geplante Änderung des Wehrdienstgesetzes offiziell bekannt und zieht damit einen Schlussstrich unter eine lange gesellschaftliche Debatte.
Im Juni hatte das Verfassungsgericht geurteilt, dass die Kriminalisierung von Wehrdienstverweigerern aus Gewissensgründen nicht verfassungsgemäß sei. Bis spätestens Ende kommenden Jahres sollte eine Gesetzesänderung vorgenommen werden, damit ein Ersatzdienst für junge Menschen geschaffen wird, die den Dienst an der Waffe aus religiösen Gründen ablehnen.
Alle südkoreanischen Männer müssen bei Vorliegen der gesundheitlichen Eignung ihren Wehrdienst ableisten. Beim Heer dauert der Dienst 21 Monate, bei der Marine 23 Monate und bei der Luftwaffe 24 Monate.
Die amtierende Regierung will die Wehrdienstzeit bei Heer und Marine um drei Monate verkürzen, den Dienst bei den Luftstreitkräften um zwei Monate.
Wer Dokumente fälscht oder falsche Angaben macht, um die Wehrpflicht zu umgehen, kann mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden.