Der Weg für eine dritte Amtszeit des japanischen Premierministers Sinzo Abe ist de facto frei.
Abe ist am Donnerstag als Vorsitzender der regierenden Liberaldemokratischen Partei LDP wiedergewählt worden. Mit einem deutlichen Vorsprung oder 553 der gesamten 810 abgegebenen Stimmen konnte er sich gegen den ehemaligen Verteidigungsminister Shigeru Ishiba durchsetzen.
Da der Chef der Mehrheitspartei automatisch Premier wird, kann Abe ungeachtet von verschiedenen Skandalen dienstältester Premier Japans werden. Höchstwahrscheinlich kann er mindestens bis 2021 im Amt bleiben.
Als die wichtigsten außenpolitischen Aufgaben nannte Abe nach dem Sieg die nordkoreanische Nuklear- und Raketenproblematik sowie die Frage der mutmaßlich nach Nordkorea entführten Japaner. Zugleich betonte er seine Bereitschaft für ein Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un.
Abe hat zudem verkündet, weiter an einer Verfassungsänderung arbeiten zu wollen. Darin soll die Existenz der japanischen Selbstverteidigungstruppe festgeschrieben werden. Dies soll Japan ermöglichen, in notwendigen Fällen Krieg zu führen.