Am ersten Wochenende nach der Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung für jemenitische Asylsuchende haben in Seoul Demonstrationen für und gegen die Aufnahme von Flüchtlingen stattgefunden.
Die Einwanderungsbehörde auf der Insel Jeju erteilte am letzten Freitag 23 jemenitischen Asylsuchenden eine Aufenthaltsgenehmigung aus humanitären Gründen.
Bürgerorganisationen, die die Aufnahme von Flüchtlingen befürworten, veranstalteten am Samstagnachmittag im Stadtzentrum eine Kundgebung, um die Abneigung gegen Flüchtlinge zu kritisieren.
Die Teilnehmer forderten, Versuche zu stoppen, das Flüchtlingsgesetz zum Schlechteren ändern zu wollen. Sie verlangten von der Regierung, Asylanträge zügig und fair zu prüfen. Sie betonten, die Behauptung, nach der die Flüchtlinge die Sicherheit von Koreanern bedrohen würden, entbehre jeder Grundlage. Sie forderten die Regierung auf, Maßnahmen zum Schutz der Flüchtlinge zu treffen.
Zur gleichen Zeit veranstalteten Flüchtlingsgegner zum sechsten Mal eine Kundgebung gegen Flüchtlinge. Die Demonstrationsteilnehmer verlangten, das Flüchtlingsgesetz und visafreise Einreisen abzuschaffen und sogenannte „falsche Flüchtlinge“ und illegal Einreisende abzuschieben.
Die Teilnehmer beider Demonstrationen marschierten im Anschluss an die Kundgebungen durch die Stadt. Die Polizei setzte etwa 500 Polizisten ein, es kam jedoch nicht zu Zusammenstößen zwischen beiden Gruppen.