Die US-Regierung hat einen Jahresbericht über die Religionsfreiheit im Vorfeld eines möglichen Spitzentreffens zwischen Nordkorea und den USA veröffentlicht.
In dem am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Bericht zur internationalen Religionsfreiheit 2017 schrieb das US-Außenministerium, dass schätzungsweise 80.000 bis 120.000 politische Gefangene vermutlich in Nordkoreas Gefangenenlagern festgehalten würden, darunter einige aus religiösen Gründen.
Die USA veröffentlichen den Bericht in jedem August. Hinter der frühzeitigen Veröffentlichung wird die Absicht vermutet, die nordkoreanische Menschenrechtsfrage beim USA-Nordkorea-Gipfel zu thematisieren.
Leon Panetta, früherer US-Verteidigungsminister, wies in einem Interview mit KBS auf diese Möglichkeit hin. Zugleich nannte er als Einflussfaktor, dass nur knapp zwei Wochen bis zum erwarteten Termin des Gipfels verbleiben. Für die Thematisierung der Menschenrechtsfrage seien feinfühlige Verhandlungen nötig.
Nordkorea protestiert heftig gegen die Kritik an seiner Menschenrechtssituation. Das Land behauptet, dass die Menschenrechtslage in den USA wegen der Rassendiskriminierung schlimmer sei, und dass die USA Nordkorea ausnutzten, um dies zu vertuschen.