Nach Einschätzung der französischen Zeitung „Le Monde“ ist in Hinsicht auf die aktuellen innerkoreanischen Beziehungen die Auffassung falsch, dass Nordkorea Südkorea derzeit ausnutze.
Es stehe außer Zweifel, dass die plötzliche Versöhnungsstimmung zwischen Süd- und Nordkorea eine wohl kalkulierte Strategie sei, schrieb die Zeitung am Donnerstag (Ortszeit). Dabei wurde auf die Situation hingewiesen, dass Nordkorea in der von Südkorea, den USA und Japan errichteten Front für Risse sorge und nach einer Lockerung der Sanktionen strebe.
Es sei jedoch falsch, zu glauben, dass Nordkorea das naive Südkorea nur ausnutze, hieß es zugleich. Präsident Moon Jae-in habe seine eigene Agenda. Er habe für die Sicherheit der Olympischen Winterspiele in PyeongChang die zugespitzten Spannungen auf der koreanischen Halbinsel abbauen müssen, dies sei ihm schließlich gelungen.
Präsident Moon wolle alle Bemühungen unternehmen, damit Südkorea nicht nach der Pfeife der Großmächte tanze, so wie dies das Schicksal Koreas um das Jahr 1945 gewesen sei. Er wolle gegenüber Nordkorea Südkoreas eigene Strategie entfalten, indem er gleichzeitig das US-südkoreanische Bündnis, das unerlässlich für Südkoreas Sicherheit sei, nicht beschädige, hieß es weiter.