Präsident Moon Jae-in und der japanische Premierminister Shinzo Abe haben Differenzen über die Frage der Sexsklavinnen-Frage während des Zweiten Weltkriegs offenbart.
Bei ihrem Spitzentreffen kurz vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in PyeongChang sagte Moon, die Frage könne erst dann geklärt werden, wenn die Ehre und Würde wiederhergestellt sowie Wunden der Opfer geheilt würden. Dies könne nicht durch Verhandlungen in Form eines Gebens und Nehmens zwischen Regierungen gelöst werden. Die Entscheidung der südkoreanischen Regierung, die Angelegenheit als ungeklärt betrachten zu wollen, beruhe darauf, dass die Opfer die Einigung auf Regierungsebene nicht akzeptierten. Die südkoreanische und die japanische Regierung sollten sich gemeinsam bemühen, um die Ehre und Würde der Opfer wiederherzustellen und Wunden zu heilen.
Vor Moons Bemerkung bekräftigte Abe, dass es sich um eine Einigung zwischen zwei Regierungen handele. Diese solle eingehalten werden, auch wenn die Regierung gewechselt werde. Dies sei ein internationales Prinzip. Abe bezeichnete die Einigung zwischen beiden Regierungen zur Klärung der Sexsklavinnen-Frage aus dem Jahr 2015 als endgültig und unwiderruflich.
Moon und Abe vereinbarten allerdings auch, anlässlich des 20. Jubiläums der gemeinsamen Erklärung zwischen den damaligen Regierungs- und Staatschefs Kim Dae-jung und Obuchi zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen eine Blaupause für zukunftsorientierte Beziehungen auszuarbeiten.
Vereinbart wurde zudem, so bald wie möglich in Japan einen Dreiergipfel mit China zu veranstalten und die regelmäßige Gipfeldiplomatie zwischen Seoul und Tokio wiederherzustellen.