Die Vereinten Nationen haben japanische Medienberichte zurückgewiesen, nach denen UN-Generalsekretär António Guterres die Einigung zwischen Seoul und Tokio zur Frage der Sexsklaverei der japanischen Armee unterstützt habe.
Generalsekretär Guterres habe beim Treffen mit Japans Premierminister Abe Shinzo zugestimmt, dass die Angelegenheit der sogenannten Trostfrauen auf dem Wege einer Einigung zwischen Südkorea und Japan gelöst werden sollte, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric am Sonntag (Ortszeit). Der UN-Chef habe sich jedoch nicht zum Inhalt einer bestimmten Einigung geäußert, sondern zum Grundsatz, dass es von beiden Staaten abhänge, die Natur und den Inhalt der Lösung für die Angelegenheit festzulegen.
Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo hatte zuvor berichtet, dass Guterres beim Treffen mit Abe am Rande des G7-Gipfels am Samstag (Ortszeit) in Italien gesagt habe, dass er die Vereinbarung zur Trostfrauenfrage unterstütze und begrüße. Dabei wurde eine Mitteilung des japanischen Außenministeriums zitiert.
Die japanische Regierung ist der Ansicht, dass die im Dezember 2015 zwischen den Regierungen Südkoreas und Japans getroffene Einigung endgültig und unwiderruflich sei. Der neue Präsident Südkoreas Moon Jae-in sagte jedoch am 11. Mai in seinem ersten Telefongespräch mit Abe, dass die meisten Bürger die Einigung gefühlsmäßig nicht akzeptieren könnten.