Japan überprüft die Einfuhr von Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk.
Das berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Montag. Damit wolle Japan für die zunehmende Bedrohung durch Nordkoreas Atomwaffen und Raketen gewappnet sein.
Der Tomahawk mit einer Reichweite von 1.500 Kilometern kann von Kriegsschiffen oder U-Booten aus abgefeuert werden. Er kann eine wichtige Anlage des Feindes präzise treffen, ohne im Anflug von einem Radar erfasst zu werden.
Japan erwägt, die Aegis-Zerstörer seiner Meeresselbstverteidigungsstreitkräfte mit Tomahawk-Raketen auszurüsten. Dann könnten wichtige Einrichtungen in allen Teilen Nordkoreas in ihrer Reichweite liegen.
Es werden jedoch Stimmen laut, nach denen die Einfuhr von Angriffswaffen nicht mit Artikel 9 der japanischen Verfassung konform sei. Laut diesem Artikel darf Japan nur dann militärische Gewalt anwenden, wenn das Land unmittelbar angegriffen wird.
Deshalb wird davon ausgegangen, dass die Abe-Regierung unter dem Vorwand der Bedrohung durch Nordkorea ihre Bemühungen um die Reform der sogenannten Friedensverfassung sowie die Verwandlung Japans zu einem Land, das Kriege führen kann, beschleunigen will.