Die japanische Regierung hat wegen eines Denkmals für die Opfer der Sexsklaverei in Busan Vergeltungsmaßnahmen beschlossen.
Eine koreanische Bürgergruppe hatte zu Jahresende vor dem japanischen Generalkonsulat in der Hafenstadt eine Mädchenstatue zum Gedenken an die Opfer der von der japanischen Armee organisierten Sexsklaverei aufgestellt.
Der japanische Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga gab heute auf einer Pressekonferenz vier Vergeltungsmaßnahmen bekannt. Der Botschafter in Seoul und der Generalkonsul in Busan würden vorläufig zurückbeordert, hieß es.
Die Mitarbeiter des Generalkonsulats in Busan würden vorübergehend an Veranstaltungen der Stadt nicht mehr teilnehmen. Die Verhandlungen mit Südkorea über einen Währungsswap würden ausgesetzt. Zudem werde eine Wirtschaftsberatung mit Südkorea auf hochrangiger Ebene verschoben.
Suga hatte zuvor Bedauern über die Aufstellung der Statue ausgedrückt und nachdrücklich deren Abriss gefordert. Er hatte am Donnerstag vor der Presse vor einer eventuellen Verschlechterung der bilateralen Beziehungen gewarnt.
Die südkoreanische Regierung teilte unterdessen mit, dass sie Japans Maßnahmen sehr bedauere. Die Regierung wolle erneut betonen, dass Südkorea und Japan auch bei einem schwierigen Problem auf der Grundlage des gegenseitigen Vertrauens ihre Beziehungen ständig entwickeln sollten, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Cho June-hyuck, in einer Stellungnahme.