Nach Einschätzung eines US-Experten könnte die durch die Choi Soon-sil-Affäre verursachte Lähmung der südkoreanischen Regierung monatelang andauern.
Das Phänomen werde in jedem Fall eintreten, unabhängig davon, ob Präsidentin Park Geun-hye sofort zurücktrete, schrieb Scott Snyder von der Denkfabrik Council on Foreign Relations in einem Beitrag für das Nachrichtenmagazin „Newsweek“ am Donnerstag (Ortszeit).
Parks Regierungsfähigkeit sei mit dem Skandal erschöpft. Es sei jedoch nicht klar, wie lange es dauern werde, sie zu ersetzen, schrieb Snyder weiter.
Es werde heftige Diskussionen in der Nationalversammlung geben. Im Falle des Rücktritts eines Präsidenten müsse binnen 60 Tagen eine Wahl stattfinden, keine der politischen Parteien in Südkorea sei jedoch bereit, so kurzfristig Kandidaten aufzustellen, fügte er hinzu.
Synder schlug drei Aufgaben für das Erreichen von politischer Stabilität in Südkorea im Falle einer frühzeitigen Präsidentschaftswahl vor, darunter die Überwindung des politischen Machtvakuums. Er hielt jedoch einen freiwilligen Rücktritt von Präsidentin Park für unwahrscheinlich.