Nach Einschätzung eines russischen Militärexperten kann Nordkorea bis 2020 50 Atomwaffen und sichere Trägersysteme besitzen.
Das sagte Wladmir Jewsejew, der Chef des GUS-Forschungsinstituts, am Montag bei einer Diskussion anlässlich des zehnten Jubiläums der Annahme der Gemeinsamen Erklärung vom 19. September bei den Sechser-Atomgesprächen in Moskau.
Nordkorea konzentriere sich derzeit auf die Entwicklung von nuklearen Sprengköpfen und Trägermitteln. Nordkorea könne bis ungefähr 2020 U-Boot-gestützte ballistische Raketen und zwei U-Boote, die diese Raketen mitführen können, besitzen, sagte der Experte.
Sollte in Südkorea eine Politik, die Nordkorea reize, wie etwa gemeinsame Militärübungen fortgesetzt werden und Südkorea Maßnahmen zur Verstärkung seiner Wehrkraft treffen, werde Nordkorea das Tempo der Verstärkung seiner Nuklearkapazitäten noch beschleunigen. In dieser Situation müsse Südkorea unter Voraussetzung bestimmter Zugeständnisse Nordkoreas einen Kompromiss erwägen, dass Raketen mit einer Reichweite von mehr als 300 Kilometer nicht eingesetzt werden und die Nutzung mittelgroßer und großer Drohnen aufgegeben wird, hieß es weiter.
Das südkoreanische Verteidigungsministerium geht davon aus, dass Nordkorea sechs bis sieben Nuklearwaffen besitzt und dass seine Technologie für die Verkleinerung nuklearer Sprengköpfe fortgeschritten ist.