Eine japanische Beratergruppe hat Premierminister Shinzo Abe de facto dazu geraten, sich in seiner Ansprache zum 70. Jubiläum des Endes des Zweiten Weltkriegs für die Kriegsvergangenheit nicht zu entschuldigen.
Der Expertenbeirat für das Verfassen der Ansprache legte am Donnerstag seinen Schlussbericht vor. Darin wurde der von Japan ausgelöste Krieg als "Aggression" definiert. Weiter hieß es, dass die Kolonialherrschaft ab der zweiten Hälfte der 1930er Jahre besonders brutal geworden sei. Anders als in der Rede des ehemaligen Premiers Murayama wird die Notwendigkeit einer Entschuldigung nicht erwähnt.
Nach Ansicht von politischen Beobachtern in Seoul zeige Tokio zwar innere Einkehr in Bezug auf die Vergangenheit, habe aber nicht die Absicht, sich entschuldigen zu wollen.
In dem Bericht hat die Beratergruppe Südkorea für die gegenwärtigen Konflikte verantwortlich gemacht. Seit dem Spitzengespräch von 1998 habe Südkorea "den Torpfosten bewegt", wie es wörtlich hieß. Südkoreas Japan-Politik schwanke zwischen Vernunft und Emotion, so die Kritik.
Abe wird auf der Grundlage des Berichts des Beirats seine Erklärung voraussichtlich am 14. August veröffentlichen.