Das Desinteresse von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un in Nuklearverhandlungen könnte seinen Versuch darstellen, das Schicksal des ehemaligen libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi zu vermeiden.
Dies berichtete die US-Zeitung "The Wall Street Journal".
Kim hatte zwei Monate nach Gaddafis Tod die Macht übernommen. Seine Entscheidung, Nuklearwaffen aus den Verhandlungen herauszuhalten, könnte als eine Absicherung gegen das gleiche Schicksal angesehen werden, hieß es.
Im Bericht hieß es weiter, Kims Vater, Kim Jong-il, habe die nuklearen Fähigkeiten des Nordens als Verhandlungsobjekt verwendet, um Hilfen und Sicherheitsgarantien von den USA und anderen zu erhalten. Doch unter Kim Jong-un besteht die primäre Richtlinienpolitik des Landes darin, neben dem Wirtschaftswachstum eine nukleare Bedrohung zu verfolgen.
Gaddafi starb acht Jahre, nachdem er 2003 seine Ambitionen auf Massenvernichtungswaffen aufgegeben hatte, im Zuge des Bürgerkriegs in Libyen.