Im Vorfeld des 70. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs strahlen japanische Sendeanstalten Programme aus, in denen nicht über japanische Kriegsaggressionen berichtet wird, sondern über die Art und Weise, wie Japan vor und nach dem Krieg behandelt wurde sowie über seinen Nachkriegsbeitrag für die internationale Gemeinschaft.
Eine Sendung von TV Asahi am Samstag, die von dem einflussreichen japanischen Journalisten Akira Ikegami moderiert wurde, konzentrierte sich auf die, wie es genannt wurde, "unfaire Behandlung" von Japan durch den Internationalen Militärgerichtshof für den Fernen Osten, bekannt als Tokioter Prozesse.
In einer Serie namens "70 Jahre nach dem Krieg - ein Porträt Japans" zeigte der öffentlich-rechtliche Sender NHK in einer Folge vom 19. Juli die sexuelle Ausbeutung von asiatischen Frauen durch das japanische Militär, eines der heikelsten Probleme zwischen Südkorea und Japan.
Doch statt nach Möglichkeiten zu fragen, wie man das Problem beheben könnte, konzentrierte sich die Sendung auf Japans Nachkriegsbemühungen, die Beziehungen zu seinen asiatischen Nachbarn zu normalisieren.
Japanische Historien-Dramas ziehen am gleichen Strang. So beschrieb etwa die beliebte fiktionale Sendung "Der Koch des Kaisers" einen Vertreter der Alliierten im Gegensatz zu den patriotischen kaiserlichen Köchen, die versuchen, den Kaiser trotz der unmenschlichen Behandlung durch die Alliierten zu schützen, als arrogant.
Der Universitätsprofessor Lee Hong-chun aus Tokio, ein Experte in politischer Kommunikation, erklärte, dass japanische Sender nicht frei von politischem Druck der Regierung seien. Er sagte, es wäre schwierig für sie, eine historische Sendung zu produzieren, die sich von der Position der Regierung in historischen Fragen unterscheide.