In Bezug auf die Ausbreitung des Mers-Virus in Südkorea verstärken die Nachbarländer ihre Quarantäne.
Am empfindlichsten reagieren Hongkong und China, die 2003 die SARS-Welle (schweres akutes Atemnotsyndrom) verkraften mussten. Ein weiterer Grund ist, dass ein Südkoreaner über Hongkong nach China eingereist und dort als Mers-infiziert bestätigt worden ist.
Hongkong hat angekündigt, Touristen aus Südkorea bei der Einreise speziell überwachen zu wollen. Wenn eine Person, die in Seoul kurz vorher eine Klinik besucht hatte, hohes Fieber oder Probleme mit der Atmung hat, werde sie sofort isoliert.
Hongkongs Gesundheitsminister Ko Wing-man erklärte, den medizinischen Austausch mit Südkorea aussetzen zu wollen. Hintergrund ist der Mers-Verdacht bei einem Arzt in seinen 30ern, der für ein akademisches Austauschprogramm ein südkoreanisches Krankenhaus besucht hatte und später über Atemwegsprobleme klagte.
China hat die Quarantäne auf Regierungsebene verstärkt. Tokio behandelt Einreisende aus Südkorea wie jene aus dem Fernen Osten, wo Mers seien Ursprung hat.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seien Reisebeschränkungen wegen des Nahost-Atemwegssyndroms (Mers) jedoch nicht erforderlich. Mers unterscheide sich von Sars, das sich schnell verbreite, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier am Dienstag in Genf. Solange Mers-Patienten in Quarantäne blieben und behandelt würden, gebe es keinen Anlass für Beschränkungen im grenzüberschreitenden Verkehr, hieß es.